Beispiel
Nehmen wir einmal an, der Briefkurs einer Anleihe beträgt den Echtzeitnotierungen der Börse zufolge 101,5% (d.h. 101,5 EUR für einen Nennwert von 100 EUR) und diese Anleihe bietet alle sechs Monate einen Kupon von 2 EUR je 100 EUR Nennwert.
Um den genauen Preis für 10.000 EUR Nennwert dieser Anleihe in Erfahrung zu bringen, muss man auch wissen, wie viel Zeit seit dem letzten ausgezahlten Kupon vergangen ist.
- Wurde der Kupon gerade erst an den Vorbesitzer der Anleihe ausgezahlt, sind die Stückzinsen gleich null, da der nächst fällige Kupon vollständig dem Käufer zugutekommen wird. Dieser erhält die Zinsen jedoch erst nach Ablauf der Frist von sechs Monaten: Der Preis der Anleihe beträgt daher nur 101,5. Anleihen im Nennwert von 10.000 EUR kosten somit 10.150 EUR (zzgl. der Gebühren).
- Erfolgt der Kauf dagegen kurz vor Fälligkeit des Kupons, muss der gesamte Zinsbetrag dem Vorbesitzer erstattet werden. Es sind also 101,5 + 2 = 103,5 pro Anleihe, d.h. insgesamt 10.350 EUR zu zahlen. Dieser "Aufschlag" wird jedoch kurz danach mit der Auszahlung des fälligen Kupons wieder eingeholt. In der Praxis ist hierauf nur zu achten, wenn das verfügbare Kapital nicht zur Deckung des Betrags ausreicht.
- Sind 3 der 6 Monate vergangen, fällt ein Stückzins von 1 EUR an: Der Preis der Anleihe beträgt dann 102,5 und der Gesamtbetrag 10.250 EUR.
Im konkreten Fall ist die Berechnung normalerweise komplizierter, da sich die Höhe der Stückzinsen täglich ändert. Die genannten Beispiele dienen jedoch dazu, den Mechanismus zu erläutern.